Sebastian Weber’s Online Workshops: Groove Training #1

Hands + Feet: Basic Off Beats

Die Idee der HANDS + FEET Übungen ist simpel: Man markiert mit den Füßen einen durchgehenden Puls, singt dazu die Takte und klatscht dazu einen Rhythmus.

Das klingt einfach, kann aber gerade für Anfänger ziemlich schwierig sein. Zur musikalischen Herausforderung kommt hier noch die Schwierigkeit der motorischen Koordination, weil Stimme, Hände und Füße jeweils unterschiedliche Dinge tun. Dafür wird man mit einem klaren, körperlichen Rhythmuserlebnis belohnt, das die geübten Grooves von der Theorie auf dem Papier in die Praxis des tanzenden Körpers überführt. Außerdem wird die wichtige Fähigkeit trainiert, verschiedene musikalische Ebenen gleichzeitig wahrzunehmen.

Der erste Rhythmus in dieser Reihe von Übungen ist eine einfache Abfolge von Beats und Off Beats:

Wer mit Notenschrift nix anfangen kann, kommt vielleicht mit dieser Grafik weiter. Die eingekästelten Zählzeiten werden geklatscht, die nicht markierten Zahlen sind stumm.

Das ist also der Rhythmus der ersten Hands + Feet Übung. Und hier ist die Gebrauchsanweisung:

1
Stelle das Metronom auf ein langsames Tempo wie etwa 80 bpm. Wenn sich das als zu schnell erweist, noch langsamer.

2
Mache auf jeden Metronomklick einen Schritt. Der Schritt soll nicht laut oder “gesteppt” sein, sondern einfach nur bequem und entspannt das Tempo markieren. Allerdings sollen die Schritte während der ganzen Übung höchst präzise den Metronomklick treffen.

3
Singe lange Töne über die Dauer von je vier Metronomklicks. Dadurch gruppierst Du also die Pulsschläge zu Vier-Vierteltakten. Alternativ kannst Du auch laut zählen. Das hilft vielleicht. Sobald der Rhythmus sitzt, finde ich es aber besser zu singen.

4
Klatsche jetzt mit den Händen den Rhythmus der Übung, während Du ganz entspannt und regelmäßig weiter läufst und singst. Je nach musikalischer Erfahrung gelingt nicht sofort der ganze Rhythmus. Beginne dann nur mit dem ersten Klatscher und übe das, bis es sich völlig entspannt anfühlt. Dann fügst Du den zweiten Klatscher dazu, und so weiter.

Wichtig ist, dabei immer die Dauer des gesamten Rhythmuses zu beachten. Wenn der Rhythmus insgesamt zwei Takte lang ist und mit einem Klatscher auf die “Eins” beginnt – wie in unserem Fall -, musst Du auch tatsächlich immer zwei Takte lang auf den Puls laufen, bevor Du wieder diesen ersten Klatscher machst, auch wenn Du Dich zwischendurch langweilst. Wichtig ist auch, das Verhältnis von Klatschern zu Schritten bewusst wahrzunehmen und körperlich präzise auszuführen. Die Klatscher sind entweder genau synchron zum Schritt oder genau zwischen zwei Schritten. In Noten sieht das so aus:

5
Wenn der komplette Rhythmus steht, klatsche präzise weiter und reduziere die Schritte so, dass Du nur noch auf jeden zweiten Metronomklick einen Schritt machst. (Auf die 1 und die 3.) Der Rhythmus fühlt sich dadurch ganz anders an.

Wenn das zu schwierig ist und der Rhythmus zusammenbricht, baue den Rhythmus über das langsame Gehen neu auf, indem Du zuerst nur den ersten Klatscher übst, dann die ersten zwei, und so weiter. Am Ende klingt es so:

6
Wechsle zwischen dem Gehen auf jeden Metronomklick und dem Gehen auf jeden zweiten Metronomklick hin und her. Der geklatschte Rhythmus darf dabei nicht wackeln.

7
Höre ganz auf zu gehen und klatsche weiter präzise den Rhythmus. Auch das Singen geht munter weiter. Dann wieder loslaufen.

8
Jetzt wird die Sache umgedreht: Klatsche jeden Metronomklick und laufe mit den Schritten den Rhythmus. Notfalls wieder Schritt für Schritt aufbauen.

9
Klatsche nur noch auf jeden zweiten Metronomklick (1 und 3), während der Rhythmus in den Füßen unbeirrt weiterläuft.

10
Wechsle zwischem dem normalen Klatschen und dem Klatschen auf jeden zweiten Klick hin und her, während die Füße fröhlich weitergrooven.

11
Lass das Klatschen für die Dauer von zwei oder vier Takten weg, so dass nur noch der Rhythmus der Füße zu hören ist. Steig dann wieder mit dem Klatschen ein.

12
Übe das alles auch ohne Metronom und in verschiedenen Tempi.

Im Schnellverfahren sieht man auf diesem Video die verschiedenen Varianten:

Viel Spaß beim Üben!
Freue mich über Feedback.
Sebastian Weber