Sebastian Weber’s Online Workshops: Groove Training #2

Rhythmus Pyramide 1

Die Idee der Rhythmus-Pyramiden ist, über einem gleichbleibenden Puls verschieden viele Unterteilungen zu tanzen oder zu klatschen. Die erste Rhythmus-Pyramide macht das mit Achteln, Triolen und Sechzehnteln. Anders gesagt: mit zwei, drei und vier Unterteilungen pro Beat. In Notenschrift sieht das so aus:

[Das die Noten mit zwei Notenköpfen geschrieben sind, liegt an meiner Step-Schrift. Da bedeutet das einen Stamp. Ist aber für die Übung egal. Wichtig ist nur die Rhythmik.]

Für Nicht-Notenleser, habe ich es hier mal mit einer grafischen Abbildung derselben Idee versucht. Die dunklen Kästchen markieren den durchgehenden Puls, also den Beat. Dazwischen werden unterschiedlich viele Off-Beats platziert. Alle Kästchen sollen dann geklatscht oder getanzt werden:

Die Herausforderung dabei ist, beim Wechsel von einer Zeile zur nächsten nicht mit dem Tempo des Grundpulses zu schwanken. Die dunklen Kästchen sind ja immer perfekt am selben Platz. Um das zu kontrollieren, ist ein Metronom nötig. Wenn es nicht sofort klappt, empfehle ich folgende Vorgehensweise:

1
Stelle das Metronom auf ein langsames Tempo wie etwa 70 bpm. Wenn sich das als zu schnell erweist, ruhig deutlich langsamer.

2
Höre auf das Metronom und zähle dazu die Achtel: “Eins und Zwei und Drei und Vier und Eins …”

3
Laufe einen Takt lang mit einfachen Stamps die Achtel während du immer weiter zählst. Immer einen Takt lang Achtel laufen, einen Tankt lang stehen bleiben und nur zuhören bzw. zählen. Achte darauf, perfekt mit dem Metronom synchronisiert zu sein. Wenn Du bei der “Eins” des kommenden Taktes aufhörst zu tanzen, musst du feststellen, dass das Metronom das von Dir empfundene Tempo exakt weiterführt. Wenn es sich so anfühlt, als würde der Metronomklick schneller oder langsamer, warst Du nicht perfekt auf dem Klick drauf.

4
Mache jetzt das Gleiche mit Triolen. (“Eins und e Zwei und e Drei und e …”) Danach mit Sechzehnteln (“Eins i und e Zwei i und e Drei i und e…”)

5
Jetzt machst Du einen Takt lang Stamps auf alle Achtel, dann einen Takt lang Pause, dann einen Takt lang Stamps auf alle Triolen, dann einen Takt lang Pause, dann einen Takt lang Stamps auf alle Sechzehntel, dann einen Takt lang Pause, dann einen Takt Triolen, einen Takt Pause und dann alles von vorne. Nutze die Pausentakte, um dir die nächste Unterteilung, die du tanzen sollst, durch Zählen oder Singen bewusst zu machen, so dass Du nicht mehr “suchen” musst, wenn du anfängst zu tanzen. Die perfekte Synchronisierung der Stamps mit dem Metronom ist der ganze Sinn der Übung. Insgesamt sieht es jetzt ungefähr so aus:

6
Lasse jetzt die Pausentakt weg und wechsle direkt von Achteln zu Triolen zu Sechzehnteln und zurück. Dann hast du die erste Rhythmus-Pyramide geschafft!

7
Wenn du es bis hierher geschafft hast, ist der Rest auch nicht mehr schwer. In der ersten Variation der Rhythmus-Pyramide 1 machst du genau das Gleiche wie zuvor, aber nicht mit Stamps, sondern mit Step-Heels. Bei den Achteln und Sechzehnteln ist das ganz einfach. Bei den Triolen muss man ein bisschen aufpassen, weil der Schritt zwei Klapper macht, obwohl wir drei bräuchten. Die Bewegung verschiebt sich also gegenüber dem Grundpuls und der Beat ist mal auf einem Step, mal auf einem Heel:

8
In der zweiten Variation wird die Rhythmus-Pyramide nicht mit Step-Heels, sondern mit Scuffle-Step oder Shuffle-Step getanzt. Jetzt macht die Tanzbewegung also drei Töne. ACHTUNG: Damit die Sache hübsch aufgeht, tanzen wir jetzt keinen 4/4-Takt, sondern machen jeden Abschnitt über die Dauer von zwei 3/4-Takten. In Noten sieht das so aus:

Und getanzt ungefähr so:

Das wär’s für heute.
Viel Spaß beim Üben!
Freue mich über Feedback.
Sebastian Weber